Katharina Schaaf, Koblenzer Mundart- und Heimatdichterin
Ihr Name ist den Koblenzern wohlbekannt. Ihre Gedichte finden bis heute viel Anklang. Weil sie so menschlich sind, so humorvoll, mit Herz und Lebensweisheit geschrieben und immer ein Stückchen Wahrheit enthalten. In mehr als 40 Jahren hat Katharina Schaaf in der Rhein-Zeitung mehr als 1000 Gedichte veröffentlicht, die man in zwei Büchern nachlesen kann. 70 davon widmete Katharina Schaaf dem Koblenzer Karneval, einem ebenso beliebten Brauchtum wie der Pflege der Mundart.
In ihrer Muttersprache hat sie unzählige Dinge des Alltags beschrieben. Vielen Koblenzern hat sie damit oft „aus dem Herzen gesprochen“. Die Verse gehen immer von aktuellen Geschehnissen aus, und immer ist dem Gegenstand eine nette, eigenwillige Pointe abgewonnen. Die Gedichte sind einfach, daraus erklärt sich ihr Erfolg.
Katharina Schaaf wuchs in einer sehr kinderreichen Familie in Metternich auf, darum waren es sicher die kleinen Dinge des Lebens, die sie in Mundartverse packte. Ihr lag aber nicht nur die Mundart am Herzen, auch die Heimatstadt Koblenz mit ihren Menschen.
Katharina Schaaf hinterlässt den großen wie unschätzbaren Schatz mundartlicher Reime, Gedichte und Verse der vergangenen vier Jahrzehnte. lhre Werke bleiben in den Herzen aller "Kowelenzer Schängel", die ihr Andenken hoch halten - als kostbares Erbe, das Generationen verbindet und ihr Andenken in liebevoller Erinnerung weiterträgt.
Updates
Koblenz ehrt Mundartdichterin Katharina Schaaf mit Basaltrelief
Am 31.08.2025 ist am Koblenzer Rathaus ein Basaltrelief zu Ehren der bekannten Mundartdichterin Katharina Schaaf enthüllt worden. Das Medaillon wurde an der Wand neben den anderen Mundartdichterinnen und -dichtern am Schängelbrunnen angebracht. Oberbürgermeister David Langner und Kulturdezernent Ingo Schneider nahmen die Enthüllung gemeinsam vor.
Schaaf, 1915 in Metternich geboren und 2011 verstorben, verfasste über 1000 Gedichte, die über Jahrzehnte in der Rhein-Zeitung erschienen und das Koblenzer Platt maßgeblich prägten. Ihr Enkel Lars Ziegenhain, der die Ehrung angestoßen hatte, zeigte sich sichtlich bewegt: „Jetzt hängt sie da, guckt runter und freut sich mit.“ Gleichzeitig sprach er allen Spenderinnen und Spendern seinen besonderen Dank aus, die mit ihrer Unterstützung sowohl die Erstellung als auch die Anbringung des Medaillons möglich gemacht haben.
In ihrer Laudatio hob Gästeführerin Marlis Weiß Schaafs Warmherzigkeit, ihre klare Haltung sowie ihr feines Gespür für Sprache und Menschen hervor.
Anschließend fand im Rathaussaal eine Matinee unter dem Titel „Noch en goode Stonn Moddersproch“ statt, bei der zahlreiche Künstler Mundarttexte und Lieder zu Ehren der Dichterin präsentierten.
Ein bisher unveröffentlichtes Interview mit Katharina Schaaf bei YouTube
Der Todestag von Katharina Schaaf jährt sich am 19. Oktober 2021 zum 10. Mal. Aus diesem Grund wurde dieses besondere Bild- und Tondokument einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
In dem Interview spricht Katharina Schaaf sehr ausführlich über ihr Leben und ihre Dichtkunst. Dabei plaudert sie aus dem Nähkästchen, erzählt die ein oder andere Anekdote und blickt tiefsinnig auf ihr Leben zurück.
Das Interview führte Dr. Lars Ziegenhain am 27. Dezember 2005 in Eitelborn im Westerwald. Ziegenhain ist ein Enkel der Koblenzer Mundart- und Heimatdichterin.